Mittwoch, 20 September 2017 / Veröffentlicht in Beratung, Wirtschaftsförderung

Aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe werden gewerbliche Investitionen und Investitionen in die kommunale wirtschaftsnahe Infrastruktur gefördert. Nicht-investive Maßnahmen der gewerblichen Wirtschaft, wie Beratungsleistungen externer Sachverständiger oder Schulungsmaßnahmen von Mitarbeitern, können in engem, deutlich definiertem Rahmen ebenfalls gefördert werden. Sie sind auf kleine und mittlere Unternehmen begrenzt.

Die GRW- Förderung ist auf ausgewählte, strukturschwache Regionen beschränkt. Ziel ist es, im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe über die Stärkung der regionalen Investitionstätigkeit dauerhaft, wettbewerbsfähige Arbeitsplätze in diesen Regionen zu schaffen.

Beispiele von erfolgreichen Beantragungen:
1. Ein Rentnerehepaar in 21337 Lüneburg nutzt zu eigenen Wohnzwecken ein Einfamilienhaus. Der Sohn hat sein Studium als Bauingenieur
Gerade abgeschlossen und plant an dem bestehenden Haus seiner Eltern einen Anbau unter Einbeziehung tragender Wände und der Dach-
Konstruktion des Einfamilienhauses auf eigene Kosten zu errichten. Den Anbau möchte der Sohn als Ingenieurbüro für bautechnische Gesamtplanung nutzen. Nach der Planung steht der Anbau in einem von der übrigen Nutzung des Gebäudes unterschiedlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhang.

Erfüllt das Vorhaben des Sohnes die Voraussetzung für eine GRW Zuwendung?

Ja, (strukturschwache Region) GRW Förderungen wurden erfolgreich beantragt, weil der Anbau in einem von der übrigen Nutzung des Gebäudes unterschiedlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhang steht und daher einen selbstständigen Gebäudeteil darstellt.

2. Ein KMU- Betrieb des verarbeitenden Gewerbes (Druckerei) in Dessau errichtet auf dem Dach des Betriebsgebäudes eine Photovoltaik-
anlage. Der gesamte erzeugte Strom wird an ein Energieversorgungsunternehmen veräußert. Durch die enge räumliche Nähe beider Tätigkeitsbereiche liegt nach Einschätzung des Inhabers insgesamt nur ein Gewerbebetrieb vor. Da die Tätigkeit der Druckerei und die
Tätigkeit der Stromerzeugung unterschiedlichen Abteilungen der Klassifikation der Wirtschaftszweige zugeordnet werden, liegt ein Misch-
Betrieb vor. Der Umsatz aus der Druckerei beträgt 85 Prozent, der Umsatz aus der Stromerzeugung beträgt 15 Prozent.

Ist die Photovoltaikanlage auf dem Gelände des Betriebes zuwendungsfähig nach dem GRW – Programm?

Ja, (strukturschwache Region) GRW Förderungen wurden erfolgreich beantragt, weil die Investition en eine Photovoltaikanlage auf dem Gelände ein Erstinvestitionsvorhaben im Sinne der Diversifizierung der Produktion einer Betriebsstätte in neue, zusätzliche Produkte darstellt, da der Betrieb bisher nur Druckerzeugnisse hergestellt hat und jetzt das neue Produkt Strom produziert. Die Investition ist begünstigt, weil sie in einem Betrieb des verarbeitenden Gewerbes erfolgt.

 

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